"Die Algarve" müsste eigentlich der Algarve heißen, da die Bezeichnung vom arabischen "al gharb" abgeleitet ist und der Westen heißt. Sowohl die arabische Bezeichnung als auch die portugiesische Entsprechung "0 Algarve" sind vom grammatikalischen Geschlecht her maskulin. Beide Varianten werden heute nebeneinander verwendet, doch setzt sich die Algarve immer mehr durch. Leiten wir also die Bezeichnung von "Algarve-Küste" ab (dann ist es nicht falsch) und beschreiben damit zugleich ein wesentliches Kennzeichen dieser Landschaft: Es handelt sich um einen - wenn auch sehr breiten - Küstenstreifen im Süden Portugals mit über 200 km Küstenlinie.
Dies ist auch der Hauptgrund dafür, dass diese Region sich seit den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts zu dem touristisch am stärksten erschlossenen Teil Portugals entwickelt hat. Nicht nur Positives ist daraus entstanden, um es vorsichtig auszudrücken. Die gleichen Fehler wie in Spanien wurden zum Teil wiederholt und es entstanden Betonwüsten, viel Wildwuchs und viele Probleme mit der Umwelt. Schließlich fühlten sich auch die Touristen nicht mehr überall so wohl und blieben teilweise aus. Das war ein Anstoß für ein gewisses Umdenken vor Ort (welches hoffentlich anhalten wird) und führte zu vielen Verbesserungen bei der Infrastruktur, der Qualität der Unterkünfte sowie der Ver- und vor allem Entsorgung.
Es gibt also Orte, an denen man auf ursprüngliche Landschaft, authentisches portugiesisches Leben oder geruhsame Strandidylle weitgehend verzichten muss. Diese Orte bieten dafür Unterhaltung rund um die Uhr, komfortable Hotelzimmer in großer Auswahl und hervorragende Kontaktmöglichkeiten zu anderen Touristen.
Doch auch wenn Sie gerade das nicht suchen, empfehlen wir die Algarve! Es gibt außerhalb der Brennpunkte des Tourismus viele noch weitgehend vom Massentourismus verschont gebliebene Orte und Gebiete. Insbesondere im Westen und im Osten der Region sowie natürlich im vielfältigen Hinterland gibt es zahllose Möglichkeiten für einen Urlaub abseits vom Massentourismus. Das Land besitzt ein reiches historisches und kulturelles Erbe, das Sie auf Entdeckungsfahrten erkunden können. Zwar sollte das Meer und der Strand sicher bei keinem Algarve-Aufenthalt fehlen, doch gibt es viel mehr zu erleben: eine breite Palette von Sportmöglichkeiten, Wandern, Entdeckung des wenig erschlossenen Hinterlandes, der hervorragenden Fischrestaurants, der bunten Märkte und vieles mehr.
Die Algarve grenzt im Norden an den Alentejo, im Westen und Süden an den Atlantik und im Osten an Spanien mit dem Grenzfluss Rio Guadiana. Zwischen spanischer Grenze und der Algarve-Hauptstadt Faro erstreckt sich die "Sandalgarve" mit ihren Lagunen, endlosen Sandstränden und weiten Dünengebieten. Beginnend bei Faro erstreckt sich Richtung Westen bis zum Cabo Sao Vicente (dem westlichsten Punkt) die "Felsalgarve". Auch sie hat viele, teils breite und ausgedehnte Sandstrände, doch sind sie landseitig umrahmt von Felsklippen, die man meist über Treppen hinabsteigen muss und sie sind vom nächsten Strand getrennt durch teilweise bizarre Felsformationen mit zahlreichen Grotten. Im Hinterland der westlichen Felsalgarve liegt auch mit ca. 900 m die höchste Erhebung der Algarve, die Serra de Monchique.